19. Baloise Kunst-Preis an der Art Basel 2017 vergeben

8. Juni 2017
Basel, 13. Juni 2017. Der mit CHF 30'000.- dotierte Preis wird im Sektor Statements von einer mit internationalen Fachleuten besetzten Jury vergeben. Die Jury hat sich für die philippinische Künstlerin Martha Atienza und Sam Pulitzer aus den USA entschieden. Zusätzlich erwirbt die Baloise Arbeiten der Preis¬trägerinnen und schenkt diese Kunstwerke zwei bedeutenden europäischen Museen, der Nationalgalerie – Staatliche Museen zu Berlin und dem MUDAM, Luxemburg.

Der Jury gehören dieses Jahr an: Marie-Noëlle Farcy, Kuratorin/Leiterin der Sammlung, MUDAM, Luxemburg; Daniel Baumann, Direktor, Kunsthalle, Zürich; Dr. Seven Beckstette, Curator, Nationalgalerie – Staatliche Museen zu Berlin, Zak Kyes, Zak Group, London und Martin Schwander, künstlerischer Berater der Baloise, Vorsitzender der Jury.

Martha Atienza

Martha Atienza's Videoinstallation "Our Island, 11°16`58.4" 123°45`07.0"E" zeigt eine traditionelle Prozession aus ihrer philippinischen Heimat. Allerdings hat die Künstlerin den Umzug unter Wasser verlegt. Wie in einem Aquarium ziehen am Betrachter eine kreuztragende Jesusfigur, Männer in Frauenkleidern aber auch Demonstranten vorbei, die Tableaus mit politischen Slogans vor sich hertragen und von düstereren Handlangern mit Schusswaffen hinter sich bedroht werden. Im Personal und Setting verhandelt Atienza damit auf kritische, dabei aber auch humorvolle Weise sowohl den Zustand der Gesellschaft auf den Philippinnen wie die klimatischen Bedrohungen, denen das Land durch die Erwärmung der Weltmeere zunehmend ausgesetzt wird.

Sam Pulitzer

Sam Pulitzer erhält den Baloise Kunst-Preis für die präzise, hintersinnige und virtuose Präsentation einer Gruppe seiner Zeichnungen. Seine Installation für den Messestand spielt gekonnt mit Durchsicht und Undurchdringlichkeit, um die Tragfähigkeit seiner Kunst auszutesten. Es geht hier aber auch um die Frage, welches denn die Funktion und Bedeutung der zahlreichen Bilder, Logos und Labels sind, welche täglich neu auftauchen und unsere Kommunikation und zwischenmenschlichen Beziehungen organisieren oder pervertieren. Denn in Wahrheit machen sie beides: sie bringen uns näher und halten uns auf Distanz, genauso wie Pulitzers Korridore uns Nähe aufdrängen und dabei gleichzeitig abschotten.