Ausstellung von Kemang Wa Lehulere im Kunstforum

30. November 2017
Das Kunstforum der Baloise ladet ein zur Ausstellung von Kemang Wa Lehulere und den jeweiligen Führungen. Die Austellung wird vom 30. November 2017 – 25. Mai 2018 im Kunstforum zusehen sein. Die Führungen werden am Dienstag, 30. Januar Dienstag, 13. März 2018 jeweils 12:30 Uhr mit Kurator Martin oder auf Voranmeldung stattfinden.
Baloise-Art-Prize-2013_Kemang-Wa-Lehulere_Portrait

Seit 1999 zeichnet die Baloise Group zwei junge Kunstschaffende mit dem Baloise Kunst-Preis aus. Der Preis, der mit jeweils 30.000 Schweizer Franken dotiert ist, wird jährlich an der Art Basel von einer international besetzten Jury vergeben. Darüber hinaus erwirbt die Baloise Kunstwerke beider Preisträger und macht sie zwei bedeutenden europäischen Museen zum Geschenk. 2013 wurde der Baloise Kunst-Preis der deutschen Künstlerin Jenni Tischer (geb. 1979) und dem südafrikanischen Künstler Kemang Wa Lehulere (geb. 1984) zugesprochen.

Die Jury hebt in ihrem Bericht an den Werken Wa Lehuleres, der heute zu den wichtigsten Vertretern der jüngeren Künstlergeneration in Südafrika gehört, folgendes hervor: «Kemang Wa Lehulere beschäftigt sich in seinen Arbeiten mit Themen der kollektiven Erinnerung und der historischen Spurensuche in Südafrika. Die Frage des Aufdeckens, Aufschreibens, aber zugleich auch des Auslöschens von Text und Bild steht dabei im Mittelpunkt seines Interesses. So entstehen wandfüllende Zeichnungen, Installationen, Performances und Photographien, in denen er das Trauma und die Mythen der südafrikanischen Vergangenheit mit heutigen gesellschaftlichen Fragestellungen verbindet. Seine Werke sind als Archive zu verstehen, die den Prozess des Vergessens aufzeigen und gleichzeitig collageartig neue und vieldeutige Erzählungen ermöglichen.»

In einem Gespräch mit dem Verfasser beschreibt Wa Lehulere seine vielseitige künstlerische Praxis folgendermassen: «Text in meine Arbeit einfließen zu lassen bot mir eine Möglichkeit, verschiedene Denkprozesse in einem Energiefluss zu bündeln. Ich entwickelte ein echtes Interesse am Schreiben und auch an fiktionaler Literatur und Kurzgeschichten. Dann habe ich angefangen, mir Gedanken darüber zu machen, wie ich diese Werke in verschiedene Medien integrieren könnte, mit denen ich arbeitete. Ich fing zum Beispiel an, Performance-Skripte zu schreiben und dokumentierte Darbietungen in Textform, ohne sie bildlich einzufangen – rein durch eine schriftliche Wiedergabe des Erlebten. (…) Die Figuren, die ich entwerfe, tragen in der Regel keine Züge eines bestimmten Geschlechtes oder einer bestimmten Ethnie, sodass sie zu einem Kollektiv werden. Ich versuche, mich Identitätsmerkmalen zu widersetzen, aber ich bin auch sehr vorsichtig in meinen Äußerungen zu solchen Themen, da ich mich nicht in Identitätspolitik verstricken möchte.»

Die im Kunstforum Baloise ausgestellten Arbeiten auf Papier sind stark von Wa Lehuleres Erfahrungen in den performativen Künsten geprägt.

Seine Tusche-Zeichnungen sind sowohl spannungsgeladene Bewegungsnotationen als auch tagebuchartige Storyboards.

Martin Schwander

Kemang-Wa-Lehulere_2013_Installation