Baloise schenkt dem MUDAM Luxemburg das zweite Werk

30. September 2017
Vor wenigen Wochen übergab die Baloise Group im Beisein zahlreicher Vertreter aus Politik, Wirtschaft und Kultur dem MUDAM Luxemburg eine Arbeit von Mary Reid Kelley. Die amerikanische Künstlerin ist Trägerin des 18. Baloise Kunst-Preises, der ihr im vergangenen Jahr auf der Art Basel 2016 von der Baloise verliehen wurde.
kelley werk original

Seit 1999 zeichnet die Baloise Group jährlich zwei junge Kunstschaffende mit dem Kunst-Preis aus, der mit jeweils 30.000 Schweizer Franken dotiert ist und von einer international besetzten Fachjury vergeben wird. Darüber hinaus erwirbt die Baloise Group Kunstwerke der Preisträgerinnen und Preisträger und macht sie zwei bedeutenden europäischen Museen zum Geschenk: aktuell der Nationalgalerie – Staatliche Museen zu Berlin, und dem MUDAM, Musée d'Art Moderne, Luxemburg. Die Arbeiten von Sara Cwynar werden dem zweiten Museum übergeben.

Mit dem Baloise Kunst-Preis ermöglicht die Baloise den jungen Preisträgerinnen und Preisträgern, ihr Schaffen mit Hilfe des Preisgeldes weiterführen zu können. Gleichzeitig bietet sie ihnen mit den Ankäufen und entsprechenden Schenkungen an zwei renommierte Museen eine Präsentations-Plattform. Diese Kombination in einem Kunst-Preis ist einzigartig. Sie macht den Baloise Kunst-Preis damit zu einem begehrten und renommierten Preis.

Solo for Rich Man (2014), entstand, wie viele ihrer Werke, ebenfalls in einem gemeinschaftlichen kreativen Prozess während eines viertägigen Musikworkshops, den Gibson und der Cellist-Komponist Anton Lukoszevieze gemeinsam mit einer Gruppe von Kindern durchgeführt hatte. Hintergrund ist hier der Roman JR des amerikanischen Autors William Gaddis von 1975, eine bissige soziale Satire, die die Geschichte des elfjährigen JR erzählt, der anonym vom Fernsprecher seiner Schule aus und mit Hilfe des ahnungslosen Musiklehrers das weltgrösste Wirtschaftsimperium aufbaut. Ähnlich dem schulischen Umfeld, in dem sich Gaddis Roman abspielt, verlegt Beatrice Gibson einen grossen Teil ihres Films auf den Abenteuerspielplatz von Shoreditch im Osten Londons, der wie zahlreiche andere auch gemäss den neuesten pädagogischen Ideen, nach denen Kindern die grösstmögliche Freiheit zu gewähren sei, in den 1970er Jahren angelegt worden war. Gemeinsam mit Lukoszevieze, der auch im Film auftritt und vor allem mit George, einem der Kinder und eine zentrale Gestalt des Filmes, inszeniert Gibson so einige in Ton und Bild in einer losen Narration ineinander verflochtene Einzelszenen.

Mary Reid Kelley produzierte bis heute acht Filme, die sie vom Skript über die Requisiten und Kostüme bis hin zu Aufnahme und Schnitt zusammen mit ihrem Mann Patrick Kelley realisierte. Die ausgebildete Malerin hatte sehr bald bemerkt, dass sie mit der Malerei allein nicht alles ausdrücken konnte. Ihre Schwarz-Weiss-Filme sind Gesamtkunstwerke, in denen sie bewegte Bilder in einer expressionistisch anmutenden Ästhetik mit anspielungsreicher und wortwitziger Poesie verbindet. In This is Offal rührt die Künstlerin in spielerischer Weise an ein ernstes Thema, den Suizid einer jungen Frau. Auf verblüffende Art inszeniert sie den Streit der Organe und Körperteile der Toten, die ganz unterschiedlicher Ansicht sind über Gründe und Folgen der Tat und sich gegenseitig die Schuld zuweisen. Die Künstlerin karikiert in ihrem Film gewisse literarische Klischees und bezieht sich auf berühmte Literaten wie Thomas Hood, Edgar Allan Poe und Albert Camus.

Gruppenfoto original

Von links: Jury-Präsident Martin Schwander, Sammlungs-Leiterin Marie-Noëlle Farcy, Baloise-CEO in Luxemburg Romain Braas und Baloise-Präsident Andreas Burckhardt