Baloise schenkt dem MUDAM Luxemburg die ersten Werke

30. Mai 2016
Luxemburg, 30. Mai 2016. Vor wenigen Wochen übergab die Baloise Group im Beisein zahlreicher Vertreter aus Politik, Wirtschaft und Kultur dem MUDAM Luxemburg eine Werkgruppe von Beatrice Gibson. Die britische Künstlerin ist Trägerin des 17. Baloise Kunst-Preises, die ihr im vergangenen Jahr auf der Art Basel 2015 von der Baloise verliehen wurde. Die Repräsentanten der britischen Regierung freuten sich über die Würdigung Beatrice Gibsons und gratulierten der Baloise Kunst-Preisträgerin.

Seit 1999 zeichnet die Baloise Group jährlich zwei junge Kunstschaffende mit dem Kunst-Preis aus, der mit jeweils 30.000 Schweizer Franken dotiert ist und von einer international besetzten Fachjury vergeben wird. Darüber hinaus erwirbt die Baloise Group Kunstwerke der Preisträger und macht sie zwei bedeutenden europäischen Museen zum Geschenk: aktuell dem MMK, Museum für Moderne Kunst, Frankfurt a.M., und dem MUDAM, Musée d'Art Moderne, Luxemburg. Die Arbeiten von Mathieu Kleyebe Abonnenc werden in wenigen Monaten dem MMK Frankfurt übergeben.

Die Schenkungsintention der Baloise war stets, Museen in Ländern der Geschäftseinheiten zu berücksichtigen. Durch den Verkauf ihrer Gesellschaft in Österreich fiel ein wichtiger Aspekt des Baloise-Kunstengagements weg – die Geschäfts-Präsenz mit einer eigenen Gesellschaft im Land des beschenkten Museums. Die Baloise berücksichtigt deshalb – wiederum für einige Jahre – das MUDAM Luxemburg, welches Gibson's Werke Solo for Rich Man und Tiger's Mind als Schenkung erhielt:

Beatrice-Gibson_2015_Filmstill

Solo for Rich Man, Filmstill

Solo for Rich Man (2014), entstand, wie viele ihrer Werke, ebenfalls in einem gemeinschaftlichen kreativen Prozess während eines viertägigen Musikworkshops, den Gibson und der Cellist-Komponist Anton Lukoszevieze gemeinsam mit einer Gruppe von Kindern durchgeführt hatte. Hintergrund ist hier der Roman JR des amerikanischen Autors William Gaddis von 1975, eine bissige soziale Satire, die die Geschichte des elfjährigen JR erzählt, der anonym vom Fernsprecher seiner Schule aus und mit Hilfe des ahnungslosen Musiklehrers das weltgrösste Wirtschaftsimperium aufbaut. Ähnlich dem schulischen Umfeld, in dem sich Gaddis Roman abspielt, verlegt Beatrice Gibson einen grossen Teil ihres Films auf den Abenteuerspielplatz von Shoreditch im Osten Londons, der wie zahlreiche andere auch gemäss den neuesten pädagogischen Ideen, nach denen Kindern die grösstmögliche Freiheit zu gewähren sei, in den 1970er Jahren angelegt worden war. Gemeinsam mit Lukoszevieze, der auch im Film auftritt und vor allem mit George, einem der Kinder und eine zentrale Gestalt des Filmes, inszeniert Gibson so einige in Ton und Bild in einer losen Narration ineinander verflochtene Einzelszenen.

The Tiger's Mind ist ein Krimi-Thriller, dessen Kulisse eine Verbrecher-Villa ist. Im Krimi spielen sechs Charaktere – Tiger, Geist, Baum, Wind, Kreis und ein Mädchen namens Amy bekämpfen einander für die Kontrolle über den Film, der die Entfaltung ihrer Beziehungen erforscht. Die Elemente des Films wurden von Alex Waterman als der Baum (The Foley) produziert, Jesse Ash als der Wind (die Spezialeffekte), John Tilbury als der Verstand (der Soundtrack), Céline Condorelli als der Tiger (die Requisiten), Will Holder als Amy (der Erzähler) und Beatrice Gibson als der Kreis (die Autorin). Für den Film konzipierte der britische Komponist Cornelius Cardew ein Charakter-basiertes Improvisations-Stück für ein Sextett, mit dem Titel The Tiger's Mind.Beatrice Gibson - Preisträgerin 2015